Konzeption und Durchführung in der digitalen Lehre
Die dynamischen Entwicklungen der letzten Monate stellen auch die
Konzeption und Durchführung der Lehr- Lern- Forschungslabore im Fach
Geschichte vor große Herausforderungen. Die Lehrveranstaltungen des
vergangenen Sommersemesters sowie im aktuell laufenden Wintersemester
finden in digitaler Form statt und werden über Videocalls zu den
regulären Seminarzeiten engmaschig begleitet. Hierzu werden
Fachliteratur und Quellenmaterial aus Archiven sowie Ton- und
Videodokumente für die Studierenden bereitgestellt. Neben theoretischen
und fachlichen Anteilen bilden auch methodische Einführungen in das
Arbeiten mit Geschichte im digitalen Raum einen zentralen Pfeiler in der
Gestaltung der LLF-Seminare. Exkursionen vor Ort sowie die Anregung von
Schüler*innendiskursen durch aktivierende Aufgaben können im aktuellen Format
nicht durchgeführt werden.
Stärkung digitaler Kompetenzen
Trotzdem bieten die Lehrveranstaltungen viele wichtige
Anknüpfungspunkte, die auch in Bezug auf digitale Kompetenzen von
Geschichtslehrkräften von besonderer Bedeutung sind und in Zukunft
vermehrt gefordert sein werden. Fachliche Bezüge ergeben sich über ein weiteres
Projekt des Arbeitsbereichs Geschichtsdidaktik, das die Konzeption eines
„multimedialen Schulgeschichtsbuches“ zu Neustadt an der Weinstraße im
Nationalsozialismus beinhaltet. Das am 10. Dezember 2020 vorgestellte
und über seine Webpräsenz zugängliche Projekt will das didaktische Potential des Volksgemeinschafts-Konzepts
anhand regionalgeschichtlicher Fragestellungen rund um die ehemalige
„Gauhauptstadt“ für den Schulunterricht fruchtbar machen und multimedial
präsentieren. Durch die Fokussierung auf den digitalen Raum wird die
didaktische Reflexion zu den Medien des historischen Lernens von den
Studierenden intensiver als ein wesentliches Kriterium für einen guten,
kompetenzorientierten Geschichtsunterricht wahrgenommen und in den
Mittelpunkt von Planungsphasen gestellt. Die neuen Möglichkeiten bei der
Präsentation von erzählter Geschichte im multimedialen Schulbuch führen
in den Studierendengruppen im LLF in der Konzeptionsphase zu intensiven
Gesprächen über die Gestaltung von Lernprozessen zur Dekonstruktion.
Problemorientierte Auseinandersetzung mit Digitalisierungsimpulsen
In Kooperation mit zwei Neustadter Gymnasien wurde und wird sich daher
auch in den Hauptseminaren der Geschichtsdidaktik damit
auseinandergesetzt, wie das Fachkonzept Volksgemeinschaft, das in
der Zeitgeschichte die Forschungsarbeit zum Nationalsozialismus im
Augenblick nachhaltig prägt, in eine geschichtsdidaktische Kategorie zur
Gestaltung von Lernarrangements übersetzt werden kann. Mediale
Grundfragen rücken verstärkt in den Fokus, die Chancen wie Grenzen
multimedialer Lernmaterialien vor Augen führen. Sie fördern - geeignete
Lernaufgaben vorausgesetzt - das Lernen an und mit Medien. Wie aber
kann man auch das Lernen in den Medien fördern - oder wird es gar
behindert? Wenn das Schulbuch auf dem iPad ist, fällt das iPad als
kreativer Raum bzw. als Raum für die eigene Konstruktion aus? Welchen
didaktischen Mehrwert bietet der Einbezug des digitalen Raums im
Hinblick auf eine Thematisierung erinnerungskultureller Fragestellungen?
Zur Beantwortung der aufgeworfenen Fragen hat sich die technische
Ausstattung der Geschichstdidaktik mit iPads als vorteilhaft erwiesen.
Diese können für die Dauer der Projektarbeiten an die kooperierenden
Schulen ausgeliehen werden und dienen dabei nicht ausschließlich zur
Präsentation der Quellen und Darstellungen, sondern ermöglichen auch
Kommunikation über Audio-Nachrichten der Studierenden und halten Anlässe
zum produktorientierten Arbeiten bereit.
Die Gestaltung von Lehr-Lern-Forschungslaboren im Fach Geschichte unter Pandemiebedingungen
by Nadine Baston -
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