Im schulischen Kontext etablierte sich Scaffolding, was sinngemäß mit „Lerngerüst“ übersetzt werden kann, zunächst im (Fremd-) Sprachenunterricht, bevor es sich allmählich als fächerübergreifendes Konzept durchsetzen konnte. Die australische Sprachwissenschaftlerin Pauline Gibbons, die Scaffolding in einen Zusammenhang mit dem Zweitsprachenerwerb brachte, versteht darunter in Anlehnung an Vygotskys Theorie Folgendes: "This sociocultural approach to learning recognizes that with assistance, learners can reach beyond what they can reach unaided, participate in new situations, and take on new roles. […] This assisted performance is encapsulated in Vygotsky’s notion of the zone of proximal development, or ZPD, which describes the ‘gap’ between what learners can do alone and what they can do with help from someone more skilled. This situated help is often known as ‘scaffolding’" (Gibbons, 2009, S. 15). Scaffolding impliziert eine temporäre Hilfestellung für Schüler:innen in komplexen Lehr-Lernsituationen. Befindet sich ein/e Schüler:in in jener Zone der proximalen Entwicklung und kann eine Aufgabe nicht mehr selbstständig lösen, bietet die Lehrkraft eine Lernunterstützung in sprachlicher oder materieller Form (Scaffolds) (vgl. Kniffka, 2010, S. 1). Mit steigender Kompetenz der Schüler:innen kann die Lehrkraft im Laufe der Interaktion das Hilfsgerüst sukzessive reduzieren, sodass diese selbstständig zu einer Lösung kommen (vgl. Kniffka, 2019, S.1).

In dieser Einheit stehen Vignetten und Gesamtsequenzen aus dem Physik-, Musik- und perspektivisch dem Englischunterricht zur Verfügung.

_______________________________________________________________________________________